Heute morgen habe ich vor meiner Meditation einen Text von Thich Nhat Hanh gelesen, diesem liebevollen Friedensmönch. Das hat gut getan, und die leise wortlose Stimme in meinem Inneren gestärkt. Diese Stimme sprach in mir vom Gleichgewicht. Alles in mir möchte im Gleichgewicht sein, und ich bin es immer wieder selbst, die mich aus der Balance bringt.
In der Natur sehe ich den Ausgleich, zum Beispiel von Licht: Am Tag ist es hell, in der Nacht ist es dunkel, und so viel die Tage im Sommer länger sind als die Nächte, so sind die Nächte im Winter länger als die Tage. Alles strebt nach Gleichgewicht und jedes Ungleichgewicht zieht irgendwann sein Gegenteil an. Ist das auch eines der universellen Gesetze?
In meinem Leben kann ich es deutlich beobachten: wenn ich lange Zeit aktiv war, gibt es in mir eine eingebaute Bremse, so dass ich entweder wieder mehr Pausen mache, oder – wenn ich darauf nicht höre – krank werde. Uns Menschen gelingt es manchmal in eine Starre der Extreme zu fallen, wir scheinen uns gut darauf zu verstehen: an fortgesetztes Leid, oder permanentes Glück zu glauben, auch pausenlose Aktivität ist sehr geläufig. Manchmal kommt es mir vor, als ob wir dadurch das andere Extrem im Außen manifestieren, und als ob selbst die Natur auf diese Einseitigkeiten reagiert.
Wenn alles miteinander verbunden ist, macht das Sinn: die Menschheit scheint aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein, und die Natur ist auch nicht mehr in Balance.
Die Balance wieder zu finden ist nach meiner Beobachtung nicht über den Verstand möglich, sondern über diese leise Stimme im Inneren. Sie hat einen ganz anderen Rhythmus, ist unaufgeregt und ruhig und spricht von ganz anderen Wegen. Wenn es mir gelingt darauf zu hören, breitet sich in mir ein leises Glücksgefühl aus. Ich bin wieder im Gleichgewicht….
Mein Impuls:
Was bedeutet Balance für dich? Woran merkst du, dass du nicht in Balace bist und wie findest du sie wieder? Was für Arten von Gleichgewicht gibt es, und wie reagierst du auf Ungleichgewicht in dir? Oder im Aussen?